Fastfood ist eine Infektion des Körpers

Bild: Marco Verch/CC BY-2.0

Auf die „westliche Ernährung“ mit zu viel Fett und Zucker reagiert das Immunsystem durch das Auslösen einer Entzündung, die nach einer Studie auch anhalten könnte, wenn man sich wieder gesund ernährt

Fastfood und überhaupt die „westliche Ernährung“, also viel Fett, viel Zucker, viel Salz und wenig Ballaststoffe, sind der Gesundheit nicht besonders förderlich. Die Ernährung macht nicht nur dick, sondern hinterlässt wahrscheinlich auch eine anhaltende Erbschaft im Körper. Wissenschaftler der Universität Bonn haben nämlich eine beunruhigende Nebenwirkung der gerne praktizierten Ernährung festgestellt, auf die man erst einmal nicht kommen würde. Offenbar reizt eine moderne, aber für die Biologie des menschlichen Körpers außergewöhnliche fett- und kalorienreiche Kost das Immunsystem ähnlich wie eine Infektion. Es werden aggressive Immunzellen gebildet, die präventiv eine nächste Infektion schneller abwehren sollen. Das Immunsystem bleibt auch im Alarm- und Abwehrmodus, wenn die Ernährung umgestellt wird.

Das internationale Wissenschaftlerteam hat bei Versuchen mit Mäusen entdeckt, wie sie in ihrem Bericht für die Zeitschrift Cell schreiben, dass die „westliche Ernährung“, auch wenn sie nur kurz eingenommen wird, langfristige Folgen aufgrund einer trainierten angeborenen Immunantwort (innate immune training) haben kann. Möglicherweise macht die ungesunde Ernährung das Immunsystem insgesamt aggressiver. So könnte auch noch lange nach einer Umstellung auf gesunde Ernährung schneller zu Entzündungen kommen, die möglicherweise die Entwicklung von Arteriosklerose und Diabetes fördern, so die Wissenschaftler.

Einen Monat lang wurden Mäuse auf die „westliche Ernährung“ gesetzt. Das tat ihnen nicht gut. Sie entwickelten im ganzen Körper eine systemische Entzündung. „Die ungesunde Diät hat zu einem unerwarteten Anstieg einiger Immunzellen im Blut geführt. Das war ein Hinweis auf eine Beteiligung von Vorläuferzellen im Knochenmark in dem Entzündungsgeschehen“, beschreibt Anette Christ vom Institut für Angeborene Immunität der Universität Bonn die Folgen. Besonders Vorläuferzellen von Granulozyten und Monozyten entstanden durch ausschließlich „westliche Diät“. Bei der näheren Untersuchung dieser Vorläuferzellen aus dem Knochenmark zeigte sich, dass in diesen durch die Ernährung viele Gene aktiviert wurden, u.a. für Vermehrung und Reifung. Dadurch bildet der Körper zur Abwehr des „Ernährungsangriffs“, wie man sagen könnte, schnell eine Menge an Immunzellen. Mit dem Wechsel der Ernährung verschwand zwar die akute Entzündung, die sich nicht mehr im Blut nachweisen ließ, aber viele der von der Ernährung angeschalteten Gene blieben weiterhin aktiv.

Bei einer Untersuchung der Blutzellen von 120 Testpersonen wollen die Wissenschaftler den „Fastfood-Sensor“ in den Immunzellen gefunden haben, der die Antwort des Immunsystems auslöst. Zugrunde liegt danach genetisch ein Inflammason, ein Sensor des angeborenen Immunsystems, das Risiken identifiziert und eine Antwort auslöst. In dem Fall wird es durch bestimmte Verbindungen in Lebensmitteln getriggert, was eine Entzündung zur Folge hat und sich zudem epigenetisch darauf auswirkt, wie die DNA verpackt ist, so die Wissenschaftler: „Jede Zelle enthält mehrere DNA-Fäden, die zusammen ungefähr zwei Meter lang sind. Sie sind jedoch um Proteine gewickelt und stark verknäuelt. Viele Gene auf der DNA lassen sich daher gar nicht ablesen – sie sind einfach zu schlecht zugänglich. Ungesunde Ernährung führt nun dazu, dass sich manche dieser normalerweise versteckten DNA-Teile entrollen – ungefähr so, als wenn eine Schlaufe aus einem Wollknäuel heraushängt. Dieser Bereich der Erbsubstanz wird dadurch langfristig leichter ablesbar.“

Das könne die „Entstehung von Gefäßkrankheiten oder auch Typ 2-Diabetes drastisch beschleunigen“, warnen die Wissenschaftler. Durch die Entzündung wandern viele neue Immunzellen in die Gefäße ein und verstärken die sich aus Lipiden und Immunzellen bildenden Plaques weiter, was zu Herzinfarkten und Schlaganfällen führen kann. Die schlechte Ernährung führe jetzt schon neben der geringeren Bewegung zu einer sinkenden Lebenserwartung. Die Wissenschaftler wollen früh ansetzen und die Kinder gegen Fastfood immunisieren, um sie vor ungesunden Immunreaktionen zu schützen: „Die Grundlagen einer gesunden Ernährung müssen noch viel stärker als heute zum Schulstoff werden“, so Eicke Latz, Leiter des Instituts für angeborene Immunität der Universität Bonn. „Nur so können wir Kinder frühzeitig gegen die Verlockungen der Lebensmittel-Industrie immunisieren – bevor diese langfristige Konsequenzen entfalten. Kinder haben jeden Tag die Wahl, was sie essen. Wir sollten ihnen ermöglichen, bei ihrer Ernährung eine bewusste Entscheidung zu treffen.“ (Florian Rötzer)

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Neue Atomwaffen: „Wenig Interesse, die nukleare Bedrohung zu verringern“

Neue Atomwaffen: "Wenig Interesse, die nukleare Bedrohung zu verringern"

Atomrakete im Silo. (Steve Jurvetson / Flickr)

Donald Trump interessiert sich für sogenannte Mini-Nukes. Der Friedensforscher Hans Kristensen warnt vor einer globalen Modernisierung des Atomwaffen-Arsenals und Gedankenspielen zu „begrenzten“ Atomkriegen.

Berichten aus dieser Woche zufolge planen die USA die Anschaffung kleinformatiger Nuklearwaffen. Das besagt der Entwurf der neuen amerikanischen Atomkriegsdoktrin. Hans M. Kristensen leitet das Nuclear Information Project der Federation of American Scientists (FAS) in Washington D.C. Die FAS, die 1945 von Mitarbeitern des Manhattan Project ins Leben gerufen wurde, beschäftigt sich unter anderem mit atomarer Abrüstung und Sicherheitspolitik.

Kristensen, der sich vor allem auf die Recherche mithilfe des Freedom of Information Act spezialisiert hat, ist zudem Co-Autor der weltweiten Übersicht über die Nuklearstreitkräfte im Jahrbuch des Stockholmer Instituts für Friedensforschung (SIPRI).

TR: Wie nah steht die Welt vor einem Atomkrieg?

Hans Kristensen: Nun, das ist tatsächlich die Preisfrage. Viele fragen sich, ob die Fortschritte, die Nordkorea in Bezug auf seine Waffentechnik gemacht hat, die Wahrscheinlichkeit eines Krieges erhöhen.

Was ist Ihre Antwort?

Im Moment hat niemand eine. Man kann aber auf jeden Fall beobachten, dass das US-Militär versucht, sichtbarer zu sein. Nicht nur, was das atomare Potenzial angeht. Sie haben auch eine ganze Reihe neuer, technisch sehr fortgeschrittener konventioneller Waffen in die Region verlegt.

Das wirkliche Problem ist aber eher die Frage, ob die Kombination aus erhöhtem militärischen Potenzial auf beiden Seiten und einer sehr starken Rhetorik das Risiko für einen konventionellen Konflikt erhöht, und ob dieser Konflikt so weit eskalieren könnte, dass auch Atomwaffen eingesetzt werden. Das macht einer Menge Leute in den USA sehr viele Sorgen. Manchmal haben Sie eine Regierung, die daran interessiert ist, die nukleare Bedrohung zu verringern, wie die Obama-Regierung. Und nun haben wir die Trump-Regierung, die sehr wenig Interesse daran hat.

Ist die Hemmschwelle für eine nukleare Auseinandersetzung gesunken?

Das ganze Säbelrasseln, das wir in letzter Zeit gesehen haben, könnte tatsächlich ein Zeichen dafür sein, dass manche Leute ein bisschen den Respekt vor der enormen Macht und der Gefahr nuklearer Waffen verloren haben. Das betrifft nicht nur die Regierungen.

Eine Umfrage in den USA hat ergeben, dass eine Mehrheit den Einsatz einer Atombombe gegen den Iran gutheißen würde, wenn dadurch US-Truppen weniger Verluste erleiden würden. Und das auch, wenn der Iran selbst keine Atomwaffen hätte. In dem Maße, in dem wir uns mehr und mehr von der Ära des Kalten Krieges entfernen, erkennen die Menschen die außergewöhnliche Gefährlichkeit von Atomwaffen immer weniger an. Hinzu kommt, dass Nordkorea nicht das einzige Problem ist.

Was sind weitere?

Indien und Pakistan streiten sich seit Längerem über den Verlauf der Grenze. Beide Regierungen verwenden eine sehr aggressive Sprache und drohen sich mit Atomwaffen ? sogar als Antwort auf kleinere Konflikte. Es gibt die echte Besorgnis, dass dieser Konflikt sich zu einem Atomkrieg auswachsen würde. Offiziell in einem feindlichen Zustand befinden sich auch Russland und die USA. Entsprechend rüsten beide auf.

Wir sehen wichtige Änderungen in der Art und Weise, in der die USA ihre strategischen Bomber hauptsächlich über der Nordsee, dem Baltikum und dem Nordpol fliegt. Russland hält mehr große Militärmanöver an der Westgrenze ab und fliegt verstärkt über der Ostsee, während die Nato mehr Kampfverbände in die baltischen Staaten und Polen verlegt hat.

All dies führt zu einer politischen Situation, die sehr viel angespannter ist. Einige Experten in den USA sind der Meinung, dass Russland seine Fähigkeiten für einen nuklearen Erstschlag verbessert hat. Andere glauben, dass Russland diese Pläne schon länger in der Schublade liegen hat. Wie auch immer, den USA liefert die Behauptung die offizielle Begründung dafür, die eigenen Atomwaffen zu modernisieren.

Was kann man an Atomwaffen noch verbessern? Eine Massenvernichtungswaffe ist eine Massenvernichtungswaffe, oder nicht?

Man kann ihre Effektivität verbessern. In der Frühzeit des Kalten Krieges waren ballistische Raketen nicht sehr präzise. Also statteten sowohl Russland als auch die USA sie mit einem größeren Sprengkopf aus, um diese Ungenauigkeit zu kompensieren.

Das ist wahrscheinlich auch der Grund für Nordkoreas Streben nach großen Bomben. Inzwischen aber kann man beispielsweise die Waffe besser befähigen, die feindliche Luftabwehr zu durchdringen, oder die Zielgenauigkeit erhöhen.

So lässt sich dieselbe Abschreckungswirkung mit einer kleineren Sprengkraft erzielen. Die B61-Bombe zum Beispiel, die zurzeit modernisiert wird, ist eigentlich eine klassische Schwerkraftbombe. Diese Waffe wird mit einem neuen Leitwerk ausgestattet, mit dem man die Waffe näher an das Ziel heranbringen kann.

Was ist die Strategie dahinter?

In den USA ist die klare Absicht, dem Präsidenten eine militärische Option zu eröffnen, die weniger Kollateralschäden herbeiführt, also nicht so dreckig ist. Der Präsident soll nicht zögern, eine solche Waffe einzusetzen, weil er sich um die Folgen sorgt.

Die atomare Abschreckung hat jahrzehntelang funktioniert, weil alle Beteiligten sich sicher waren, dass ein Atomkrieg nicht beherrschbar wäre. Gilt dies heute nicht mehr?

Doch. Allerdings hat sich die Strategie geändert. Früher sollte Abschreckung so viel Furcht verbreiten, dass erst gar kein bewaffneter Konflikt entsteht. In der gegenwärtigen Interpretation geht es darum, lokale Kriege zwar zuzulassen, sie aber beherrschbar zu machen, ohne dass sie in einen großen nuklearen Weltkrieg eskalieren. Ob das möglich ist und was man dafür tun muss, darüber gibt es eine Menge unterschiedlicher Auffassungen.

Wie zuversichtlich sind Sie, dass die Deeskalation gelingt?

Ich denke, dass die militärischen Kreise sowohl in den USA als auch in Russland sich des zerstörerischen Potenzials sehr wohl bewusst sind, das ein großflächiger Einsatz von Atomwaffen hätte. Was mir mehr Sorge bereitet, sind die kleinen Konflikte. Es gibt in der US-Regierung die Auffassung, dass die Putin-Regierung sich bewusst auf einem schmalen Grat bewegt: Sie nutzen Lügen, Täuschungen und greifen in Aufstände ein, um Länder zu destabilisieren.

Die Aufrüstung der Nato in Osteuropa zeigt deutlich, dass eine militärische Lösung solcher Konflikte näher liegt als bisher. Die Nato geht davon aus, dass die Russen bereit sind, sehr viel mehr Risiken einzugehen als bisher.

Umgekehrt gehen die Russen davon aus, dass die Nato ihr Gebiet stärker bedroht als je zuvor. Falls sich daraus ein Krieg entwickelt, gibt es natürlich die Sorge, dass er weiter eskaliert ? bis zur Verwendung von Atomwaffen. Aber gefährliche Situationen hat es schon immer gegeben, und ich bin zuversichtlich, dass wir auch aus dieser einen Weg herausfinden.

(Wolfgang Stieler) / (bsc)

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EU-Kommission wollte Elektrofischen erlauben

Netz zum Elketrofischen. Bild: Ecomare/Pam Lindeboom/CC BY-SA-4.0

Das EU-Parlament lehnte den trickreichen Vorstoß ab, „zerstörerische Fangmethoden“ zu verbieten, um das Elektrofischen auszuweiten

Nicht sonderlich große Beachtung fand in der Öffentlichkeit die Tatsache, dass sich am Dienstag das Europaparlament mit der sogenannten „Elektrofischerei“ befasst hat. Viel sprach dafür, dass das hoch umstrittene Elektrofischen, bisher zu Forschungszwecken erlaubt, ausgeweitet wird. Doch genau das wollten verschiedene diverse Meeresschutzorganisationen und Fischereiverbände verhindern, die vor den dramatischen Folgen gewarnt hatten.

Tatsächlich ist es den Kritikern gelungen, eine klare Mehrheit im Parlament zu überzeugen. Zu den Kritikern gehörten auch 220 herausragende Köchinnen und Köche wie Christopher Couteanceau, Elena Arzak oder Quique Dacosta, die es ablehnten, mit dieser Methode gefangene Fische zu verarbeiten und die die Verbraucher aufgefordert hatten, auf diese Art gefangene Meerestiere nicht zu kaufen.

Die Wirkung auf die Parlamentarier blieb nicht aus. So wurde nicht nur die Ausweitung der seit 2006 erlauben Tests abgelehnt, sondern mit einer großen Mehrheit von 402 gegen 232 Stimmen ist ein Änderungsantrag angenommen worden, mit dem diese zerstörerische Methode verboten wird. Diverse Parlamentarier sprachen von einem „historischen“ Sieg, wie der französische Linke Younous Omarjee. Er hatte als erster den Änderungsantrag 303 unterzeichnet und bedankte sich per Twitter vor allem bei der niederländischen NGO Bloom, die die Kritiker angeführt hatte, seiner „Fraktion, seinen Kollegen und all denen sich gegen die Elektrofischerei gestellt hätten“. Es war aber eine fraktionsübergreifende Entscheidung. Auch Konservative, wie der Brite John Flack, hatte von „barbarischen Praktiken“ gesprochen und erklärt, das sei „ein Schritt zu weit in die Industrialisierung der Meere“.

Nun ist man auf einem richtigeren Weg. Schließlich ging es in dem Entwurf angeblich um „technische Maßnahmen für die Erhaltung der Fischereiressourcen und den Schutz von Meeresökosystemen“. Das klang nach Meeresschutz und hörte sich an, als wolle Brüssel für eine nachhaltige Fischerei und die Erhaltung der Ressourcen antreten. „Ziel ist es, die bei einem bestimmten Fischereiaufwand zulässigen Fangmengen zu begrenzen und die Auswirkungen der Fischerei auf das Ökosystem zu verringern“, hieß es auch großspurig im Text.

Ausführlich wurde auf Seite 19 vom Verbot zerstörerischer Methoden gesprochen. „Bestimmte zerstörerische Fanggeräte oder Fangmethoden, bei denen Sprengstoff, Gift, betäubende Stoffe, elektrischer Strom, Presslufthämmer oder andere Schlaginstrumente, gezogene Geräte für die Ernte roter Korallen oder anderer Arten von Korallen oder korallenähnlichen Organismen und bestimmte Harpunengewehre eingesetzt werden, sollten verboten werden, mit Ausnahme des besonderen Falls von Pulsbaumkurren, deren Einsatz unter bestimmten strengen Auflagen erlaubt werden kann.“

Wer sich nicht auskennt, von Pulsbaumkurren keine Ahnung hat oder angesichts der scheinbar tollen Ziele nicht mehr weiterliest, erfährt nichts von dem krassen Widerspruch in diesem Entwurf. Denn bei Pulsbaukurren handelt es sich genau um das Elektrofischen, das man eigentlich als zerstörerisch brandmarkt: „Die Pulsbaumkurre ist mit einer Reihe von Elektroden versehen, die in Schlepprichtung angebracht sind und kurze elektrische Impulse aussenden“, heißt es dann auf Seite 33.

Vor allem in den Niederlanden werden die mit Elektroden gespickten Netze schon seit Jahren getestet. Mit dem Vorstoß sollte die Begrenzung auf 5% fallen, um die breite Anwendung in den Gewässern der EU zu ermöglichen. Über diese Elektronetze werden Krabben und Plattfische vom sicheren Meeresboden aufgescheucht und über den Strom in die Netze getrieben. Niederländische Fischer berichten, dass die Ausbeute um bis zu 20% ansteige. Die Elektronetze werden in geringem Abstand über den Meeresboden gezogen. Darin läge der Vorteil gegenüber Schleppnetzen, welche auch den Meeresboden stark schädigen. Es werde auch deutlich weniger Diesel verbraucht. Gesprochen wird davon, dass mit dieser Methode nicht einmal die Hälfte des Treibstoffs verbraucht werde.

So wurden als Umweltargumente der Klimaschutz und eine geringere Schädigung des Meeresbodens durch Schleppnetze angeführt, um die neue zerstörerische Methode einzuführen. Allerdings sind das Argumente, die nur ein Scheitern der EU-Kommission markieren. Denn die sehr schädliche Schleppnetzfischerei sollte längst verboten sein. Brüssel wollte sie unter Kommissionspräsident Barroso bereits vor fünf Jahren verbieten. In dem Entwurf der neuen Verordnung, in der in Kapitel II die „verbotenen Fanggeräte und Fangmethoden“ aufgeführt werden, sucht man aber vergeblich nach einem Verbot von Schleppnetzen, was auch der slowenische Grüne Igor ?oltes kritisiert hat, der mit 102.000 Menschen auch eine Petition gegen die Elektrofischerei unterzeichnet hat. Diese zerstörerische Bodenfischerei macht weiterhin etwa 60% der gesamten Fischerei in EU-Gewässern aus.

Die Kritiker befürchten, dass einer zerstörerischen Methode nun mit der Elektrofischerei eine weitere hinzugefügt werden soll. Deshalb sprachen 17 europäische Nichtregierungsorganisationen und Fischereiverbände von einem „Skandal“ und haben sich vergangene Woche in einem Brandbrief an die zuständige EU-Kommissarin gewandt. Sie erklärten Karmenu Vella: „Elektrofischerei ist weithin als zerstörerisch bekannt und ist in den meisten Fischerei-Nationen der Welt verboten, auch in China.“ Deshalb fordern die Organisationen alle auf, eine Petition gegen die Elektrofischerei zu unterzeichnen.

Tatsächlich wird in einigen Ländern Asiens diese zerstörerische Methode weiter angewandt. Die Kritiker verweisen darauf, dass dabei nicht nur die Erträge steigen, sondern vor allem der sogenannten unerwünschte Beifang, auch „discard“ genannt. Der steige um 50 bis 70% in die Höhe. Bis zu zehnmal so viele Tiere würden im Vergleich zur handwerklichen Kiemennetzfischerei als unerwünschter Beifang gefangen und zurück ins Meer geworfen, kritisieren die 17 Nichtregierungsorganisationen und Fischereiverbände.

China habe die Elektrofischerei einst eingesetzt, aber im Jahr 2000 wegen der sehr schädlichen Auswirkungen auf die Biodiversität verboten. Das elektrische Fischen schädige oder töte die meisten Fische, auch „Fischroggen und andere Meerestiere“ und habe eine „langfristig schädliche Wirkung auf die Fischereiressourcen und das marine Ökosystem“, erklären die Kritiker.

Angeblich will die EU diese unerwünschten Beifänge seit einigen Jahren bekämpfen. Das sind oft auch Jungfische und andere Fischarten, die meist tot oder nicht mehr überlebensfähig wieder ins Meer zurückgekippt werden. Und auch in dieser Frage steht Brüssel unter heftiger Kritik, da schönen Worten praktisch keine Taten gefolgt sind und diese Beifänge in der Realität kaum bekämpft würden. So hatte kürzlich die Deutsche Umwelthilfe und die Organisation „Our Fish“, die den Brandbrief ebenfalls unterzeichnet hat, „das Versagen der EU-Fischereiminister“ kritisiert, die „Überfischung zu beenden“. Eines der größten Probleme sei, dass trotz der bestehenden Anlandeverpflichtung die Rückwürfe der unerwünschten Beifänge nicht ausreichend kontrolliert würden.

Im März 2015 hatte Brüssel die schrittweise Einführung der neuen Anlandeverpflichtung angekündigt. Damit sollte die Praxis beendet werden, „marktfähigen Fisch zurück ins Meer zu werfen, was sich als schlecht für Fischbestände und Meeresumwelt und als kostspielig für die Fischer erwiesen hat“. Rückwürfe erfolgten immer dann, wenn Fischer unabsichtlich Fisch gefangen hatten, für den sie keine Quote hatten, oder wenn sie beschädigten, wenig profitablen Fisch bzw. untermaßigen Fisch gefangen hatten, den sie nicht verkaufen konnten.

Doch geändert habe sich in den letzten Jahren wenig, meinen die Kritiker: „So können Rückwürfe weiterhin stattfinden, trotzdem werden gleichzeitig die zulässigen Gesamtfangmengen wegen der verpflichtenden Anlandungen erhöht“, erklärte der Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der Umwelthilfe. „Vier Jahre nach der Fischereireform hätten wir von Landwirtschaftsminister Schmidt verstärkte Bemühungen erwartet, das Problem der Überfischung so anzugehen, wie es das Gesetz vorsieht.“ Wer kontrolliert auf hoher See, ob unerwünschte Beifänge, die weniger profitabel sind, zurück ins Meer geworfen oder an Land gebracht werden?

Da die E-Methode deutlich effizienter sei, aber dabei viele Meerestierarten getötet würden, die man gar nicht töten will, wird sich vermutlich das Problem der Überfischung weiter verschärfen. Eine wichtige Frage wäre hierbei die Kontrolle. Doch die kann auf offener See praktisch nicht gewährleistet werden. Größere Stromstöße bedeuten eben einen größeren Fang, sorgen aber auch für höhere Schäden. Und ob die Fische, die Stromschläge überleben, im Meer noch überlebensfähig sind, ist völlig unklar. Noch unwahrscheinlicher ist, dass sie einen Rückwurf überleben, nachdem sie schon gekrümmt vom Schock an Bord gezogen wurden. Ohnehin werde nicht selten durch die auftretenden Muskelkrämpfe das Rückenmark durchtrennt.

Die 17 Organisationen, die sich gegen die Elektrofischerei gewandt haben, können sich bei ihrer Kritik auch auf ein Gutachten des wissenschaftlichen Gutachtergremiums im Fischereiausschuss (STECF) berufen. Auf dieses Gutachten der eigenen Wissenschaftler hatte sich in Brüssel gestützt, als die Tests 2006 im Sinne der niederländischen Fischereiindustrie zugelassen wurden. In dem Brandbrief wurde deshalb darauf hingewiesen, dass die STECF-Wissenschaftler sich tatsächlich gegen eine Rücknahme des Verbots ausgesprochen hätten.

Die Wissenschaftler hätten vor der Verwendung der Pulsbaumkurren gewarnt. Zunächst müsste eine „Reihe von Problemen“ gelöst werden, bevor es auch nur eine Ausnahme geben dürfe, zitieren die Kritiker das Gutachten, da die Auswirkungen unbekannt seien. „Taken into account in particular the unknown effect of pulse trawl fisheries on non target species and the potential impact on vertebrates and invertebrate species, STECF concludes that although the development of this technology should not be halted, there are a number of issues that need to be resolved before any derogation can be granted.“

So habe sich die EU-Kommission entschieden, das Gutachten der eigenen Wissenschaftler zu ignorieren, die sich nur einen Monat vor der Zulassung der Tests gegen die Zulassung der Pulsbaumkurren ausgesprochen hätten, schrieben die Kritiker. Es sei eine „schockierende Verletzung des Verhaltenskodex für Kommissionsmitglieder“. Obwohl sich das Gutachten gegen die Elektrofischerei ausgesprochen habe, flössen seit 11 Jahren viele Millionen Euro in die Förderung der umstrittenen Fangmethode. In dem Brandbrief wurde die zuständige Kommissarin aufgefordert, ihre Vorschläge zurückzuziehen: „Wir rufen Sie dazu auf, Kommissar Vella, die Umwelt und die soziale Gerechtigkeit in dieser Angelegenheit zu bedenken.“ Wenn die EU-Kommission so zur Entscheidungsfindung komme, werden die Glaubwürdigkeit der gemeinsamen Fischereipolitik und die der europäischen Institutionen in Frage gestellt, wird der gemeinsame Brief der 17 Organisationen abgeschlossen. (Ralf Streck)

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„Terrorist“ oder „junger, gut aussehender Rebell“?

Bild: avn.info.ve

(Bild: Venezuela, Maduro, Terrorismus)

Wie bezeichnet man einen Ex-Polizisten, der Regierungsgebäude aus der Luft angreift, Sicherheitskräfte erschießt und einen Umsturz propagiert?

In Venezuela ist am Montag in einer großangelegten Polizeiaktion eine Gruppe gewalttätiger Oppositioneller aufgerieben worden, die für bewaffnete Anschläge auf Regierungsgebäude verantwortlich war. Dabei kam auch der Anführer und ehemalige Polizist Oscar Pérez ums Leben.

Die Mitglieder der Gruppierung waren von den Sicherheitsbehörden des südamerikanischen Landes über ein halbes Jahr lang gesucht worden. Der Zwischenfall zeigt nicht nur die zunehmende Militarisierung des innervenezolanischen Konfliktes zwischen der linksgerichteten Regierung von Präsident Nicolás Maduro und der Opposition. Die Berichterstattung belegt auch, wie zurückhaltend Teile der internationalen Presse mit den Gewalttätern in Venezuela umgehen ? durchaus im Einklang mit der Haltung der politischen Führungen in Brüssel und Washington.

Pérez und seine Gruppe hatten im vergangenen Juni von sich reden gemacht, als sie aus einem gekaperten Polizeihubschrauber das Innenministerium in Caracas und den Sitz des Obersten Gerichtshofs angriffen (Opposition in Venezuela geht zu Luftangriffen über). Präsident Maduro sprach damals im staatlichen Fernsehsender VTV von einem terroristischen Putschversuch. Der Sitz des Gerichts liegt im historischen Stadtkern von Caracas in der Nähe mehrerer Regierungsgebäude, darunter der Präsidentenpalast Miraflores.

Das politische Motiv war früh klar: In einem Video sprach der Pilot von einem „Angriff auf die Tyrannei“, auf einem Transparent am entführten Helikopter der Kriminalpolizei CICP war „Libertad“ (Freiheit) und „350“ zu lesen, in Anspielung auf den entsprechenden Artikel der Verfassung, der das Recht auf Rebellion definiert. Aus Regierungskreisen hieß es später, vom Helikopter seien 15 Schüsse auf das Innenministerium abgefeuert worden. Danach sei er zum Obersten Gerichtshof weitergeflogen, dort seien vier Granaten fallengelassen worden. Dass niemand verletzt oder gar getötet wurde, war wohl eher ein Zufall.

Sechs Monate hatten sich die gewalttätigen Regierungsgegner auf der Flucht befunden. Dass sie von Strukturen der Opposition beschützt wurden, belegt nicht nur der Umstand, dass sie in der Siedlung El Junquito nahe der Hauptstadt Caracas ausfindig gemacht wurden. Pérez war einige Wochen nach dem Hubschrauberangriff auch auf einer Oppositionsdemonstration in der Hauptstadt aufgetaucht, umringt von Sympathisanten. Das Intermezzo zeigte, dass Teile der politisch zerstrittenen und marginalisierten Opposition offenbar weiterhin Probleme haben, sich von terroristischen Methoden zu distanzieren. Das gilt auch für den ehemaligen Bürgermeister des Großraums Caracas, Antonio Ledezma, der Pérez nun als „Märtyrer“ bezeichnete. Ledezma hatte unlängst nach einer umstrittenen Entscheidung den Sacharow-Preis für Menschenrechte des Europäischen Parlaments erhalten .

Genutzt hat Pérez und seiner Gruppierung diese Unterstützung am Ende nichts. In einer großangelegten, zehn Stunden dauernden Aktion wurden die Militanten aufgerieben. Beteiligt waren der Inlandsgeheimdienst, der Militärgeheimdienst, die Nationalgarde, die Sondereinheit FAES und die Nationalpolizei. Bei heftigen Gefechten wurden zwei FAES-Mitglieder getötet und sechs weitere Mitglieder der Sicherheitskräfte verletzt. Oppositionelle Medien sprachen dennoch von einer „Exekution“ des Bandenchefs, Ledezma behauptete, das „Todesurteil“ sei von Präsident Maduro erlassen worden. Man wolle dies nun vor dem Internationalen Gerichtshof in den Haag thematisieren.

Obwohl die Rollenverhältnisse relativ klar sind und Pérez noch in seinem letzten Interview vor wenigen Tagen von einem baldigen Ende der Regierung sprach sowie mit bevorstehenden Aktionen drohte, taten sich deutsche Medien heute schwer, sachlich zu berichten.

Eine Korrespondentin des ARD-Studio Mexiko-Stadt schrieb von der Tötung mehrerer Aufständischer, Sicherheitskräfte seien gewaltsam gegen eine Rebellengruppe vorgegangen, die von der Regierung „terroristisch“ genannt werde. Der Bericht kulminierte in der Beschreibung von Pérez als „der junge, gutaussehende Ex-Polizist“. Der von ihm geleitete Angriff im Juni sei verübt worden, so betonte die ARD, „ohne dass Menschen zu Schaden kamen“.

Spiegel Online schrieb indes auf Basis von Meldungen der Nachrichtenagenturen AFP und dpa, es handele sich um eine „Gruppe um den „Hubschrauberpiloten“ und „prominenten Piloten“ Oscar Pérez. Die Einordnung als „Terrorist“ findet sich hier auch nach bewaffneten Angriffen und getöteten Polizisten nur in Anführungszeichen.

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„Danke, Auto!“

"Danke, Auto!"

(Ford)

Ford geht davon aus, dass autonome Fahrzeuge in Zukunft intensiv für Liefer-Dienste genutzt werden. In Tests erkundet das Unternehmen bereits, wie Verbraucher darauf reagieren.

Jim Farley trägt den Titel Executive Vice President und President für globale Märkte bei Ford, also würde man wohl nicht erwarten, dass er viel über Pizza-Lieferungen nachdenkt. Doch der Manager, der die Geschäftsstrategie der Ford-Einheit für autonome Autos leitet, ist der Meinung, dass Dienste wie Pizza-Lieferungen eine wichtige Anwendung für selbstfahrende Autos sein werden. Also möchte er erfahren, wie Menschen bei einer solchen Transaktion agieren.

Im vergangenen Sommer gab es einen Test von Ford zusammen mit Domino’s Pizza im US-Bundesstaat Michigan, bei dem zufällig ausgewählte Kunden ihre Pizza mit einem autonomen Ford Fusion Hybrid gebracht bekamen. In dem Auto befand sich ein menschlicher Bediener, und ihm folgte ein normales Auto, von dem aus die Fahrt auf Video aufgezeichnet wurde. Kunden mussten zu dem Auto gehen und auf einem Touchscreen an der Seite einen Code eingeben, um ihre Ware zu bekommen.

In einer Rede bei der diesjährigen Elektronik-Messe CES räumte Farley ein, dass sich diese Idee merkwürdig anhört. ?Aber wir lernen so verdammt viel dadurch?, sagte er.

Offenbar sagen die meisten Menschen ?Danke? zu dem Auto, nachdem sie ihre Pizza bekommen haben. ?Wir werden wahrscheinlich irgendeine Nutzererfahrung darum herum gestalten. Das ist sehr menschlich?, sagte Farley dazu. Ein weiteres Ergebnis: Kunden waren nur ungern bereit, die letzten vier Ziffern ihrer Kreditkartennummer auf dem Auto-Touchscreen einzugeben, mit den letzten vier Ziffern ihrer Telefonnummer aber hatten sie kein Problem.

Im Sommer kamen die meisten Menschen barfuß zu dem autonomen Liefer-Auto. ?Das hört sich merkwürdig an, aber es hat enorme Bedeutung dafür, wo wir das Auto hinstellen?, sagte Farley. ?Die Leute wollen nicht die Straße betreten, weil dort Glas und alles mögliche andere liegt.?

All diese Informationen werden Einfluss darauf haben, wie Ford künftige autonome Autos für Liefer-Anwendungen gestaltet. ?Wir müssen verstehen, wie die Kundenerfahrung außerhalb des Fahrzeugs ist?, erklärte Farley. ?Braucht es eine Tastatur? Oder lieber einen Sprachassistenten??.

Der Test in Michigan wird nicht das einzige Projekt bleiben, in dem Ford die Interaktion von Kunden mit Autos erkundet, um die Gestaltung von autonomen Liefer-Fahrzeugen darauf abzustimmen: Bis Ende März soll in einer noch nicht genannten Stadt in den USA ein weiterer Test mit dem Liefer-Service Postmates beginnen.

(Rachel Metz) / (sma)

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Apple vereinfacht iPhone-Akkutausch – etwas

Apple vereinfacht iPhone-Akkutausch ? etwas

Die neue Informationsseite zum Akkutausch.

(Bild: Screenshot Apple.com)

Der Konzern hat seine unübersichtliche Informationsseite zur aktuellen Batteriewechselaktion überarbeitet. Gleichzeitig wurde bekannt, dass sich die Verfügbarkeit von Austauschakkus weiterer Modelle verschlechtert hat.

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Apple hat gute wie schlechte Nachrichten für iPhone-Besitzer, die ihren alten Akku aufgrund der Geräteverlangsamung durch den Konzern austauschen lassen wollen. Die gute: Seit dieser Woche steht eine neue, deutlich übersichtlichere Informationsseite im Netz, mit der man schneller Zugriff auf den Batteriewechsel haben soll. Die schlechte: Weitere iPhone-Modelle sind von einer schlechten Verfügbarkeit von Austauschakkus betroffen.

Die neue Info-Website fasst in wenigen Worten samt Links zusammen, was der Akkutausch kostet (29 Euro plus gegebenenfalls 12,10 Euro Versandkosten außerhalb der Garantie ? zuvor 89 Euro) und verweist dann gleich auf ein Formular zum Kontakt des Service. Zudem verlinkt der Konzern auf den per Post ablaufenden Express-Austauschservice, der allerdings nur für Nutzer bereitsteht, die einen noch gültigen AppleCare+-Vertrag haben.

Informationen darüber, dass sich die Systemleistung automatisch reduziert, wenn die Akkuqualität ein bestimmtes Maß unterschreitet, bleiben auf der neuen Informationsseite allerdings erstaunlicherweise unerwähnt ? obwohl sich Apple explizit dafür entschuldigt hatte, dies seinen Nutzern nicht kommuniziert zu haben. Stattdessen werden nur die Problemfälle zu schnelles Entladen sowie nicht mehr einschaltbare iPhones genannt.

Wer den Akkutaustausch einleiten will, muss sich unter Umständen zunächst in Geduld üben. In Deutschland und vermutlich diversen anderen Regionen auch sind nämlich weitere Modelle von Versorgungsknappheiten betroffen. Waren hier anfangs nur iPhone-6-Plus-Modelle betroffen, bei denen man bis März oder April warten muss, sind nun auch Ersatzbatterien für iPhone 6 und iPhone 6s Plus „eingeschränkt verfügbar“, wie Apple schreibt. Ob dies bei diesen Baureihen auch mehrere Monate Wartezeit bedeutet (wie beim iPhone 6 Plus), schreibt das Unternehmen nicht. (bsc)

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Heiße Sohle

Heiße Sohle

(Vulpés)

Das Start-up Vulpés hat sich auf die Entwicklung smarter Kleidung spezialisiert.

Den Einstieg macht das Unternehmen ab Januar 2018 mit beheizbaren Einlegesohlen, deren Temperatur sich per App einstellen lässt. Die Sohlen können per Bluetooth mit dem iPhone verbunden werden. Es gibt zwar auch eine Android-App, der Hersteller empfiehlt sie hierfür allerdings nicht.

Nano-Titan-Heizelemente sollen „für eine maximale Effizienz bei der Wärmeerzeugung und -übertragung“ sorgen. Die integrierten Lithium-Polymer-Akkus versorgen die Füße bis zu sieben Stunden lang mit Wärme.

Die maximale Heiztemperatur beträgt 55 Grad Celsius. Ohne App lassen sich die Sohlen auch betreiben, dann kann man allerdings nur zwischen drei Heizstufen wählen.

Produkt: Vulpés C-Line
Hersteller: Vulpés
Preis: 139 Euro

(TR Online) / (bsc)

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Apple will iPhone-Ablenkung am Steuer verhindern

(Bild: Apple)

Apple hat mit dem Test des neuen Nicht-Stören-Modus in iOS 11 begonnen: Dieser unterdrückt Nachrichten und Anrufe, wenn das iPhone die Fortbewegung im Fahrzeug erkennt.

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Das iPhone soll Autofahrer künftig nicht mehr durch Nachrichten und Anrufe ablenken: Der erweiterte Nicht-stören-Modus soll automatisch erfassen, ob der Nutzer gerade Auto fährt ? und für diesen Fall alle Benachrichtigungen bis zur Ankunft stummschalten. Das Display leuchtet die Fahrt über nicht mehr auf. Der Test der neuen Funktion hat mit der zweiten Beta von iOS 11 begonnen, wie Entwickler berichten.

Auto-Sperre für Nachrichten rein optional

In diesem Modus übermittelt iOS 11 außerdem eine automatische Antwort auf Textnachrichten von bestimmten Sendern und weist auf die Fortbewegung im Auto hin. Der Sender hat dann die Option, zu entscheiden, dass seine Nachrichten „dringend“ ist ? sie wird dann trotz Nicht-stören-Modus zugestellt.

Der iPhone-Sperrbildschirm bleibt im Auto aus ? schaltet man diesen an, wird auf den Nicht-stören-Modus verwiesen.
Der iPhone-Sperrbildschirm bleibt im Auto aus ? schaltet man diesen an, wird auf den Nicht-stören-Modus verwiesen. Vergrößern

Die Nachrichtensperre ist freiwillig, sie kann vom Nutzer manuell aktiviert werden ? lässt sich wahlweise aber auch auf Automatik schalten: Dann aktiviert das iPhone den „Beim Fahren nicht stören“-Modus entweder, sobald eine Bluetooth-Verbindung mit dem Auto aufgenommen wird ? oder automatisch, wenn die Fortbewegung im Fahrzeug erkannt wird. Ist das iPhone mit einer Freisprecheinrichtung verbunden, werden Anrufe weiter durchgestellt. Das Display bleibt ansonsten aber aus, neue Nachrichten tauchen nicht auf. Der Nicht-stören-Modus lässt sich jederzeit abschalten ? auch im fahrenden Auto.

Klagen geben Apple Mitschuld an Unfällen

Apple hält seit längerem das Patent auf eine Messaging-Sperre im Auto. Es sei klar, dass sich das „Kurznachrichten-Verschicken im Straßenverkehr“-Problem kaum mehr durch polizeiliche Mittel lösen lässt, erklärte der iPhone-Hersteller darin. In den USA laufen bereits zwei Klagen gegen den Konzern, die diesem eine Mitschuld an Unfällen geben, da die Software-Sperre bislang nicht umgesetzt wurde. Eine Familie, deren Tochter bei einem Autounfall ums Leben kam, fordert eine in iOS integrierte Zwangssperre ? der Unfallverursacher nutzte angeblich Apples Videotelefoniedienst FaceTime am Steuer.

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(lbe)

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Eine überwältigende Mehrheit der Russen vertraut Putins Außenpolitik

Wladimir Putin, der schon 13 Jahre lang russischer Präsident ist. Bild: Kremlin.ru

Bei innenpolitischen Themen sieht es anders aus, allerdings ist Putins Ansehen im Vergleich zu dem von Trump stabil

Der russische Präsident Wladimir Putin kann weiterhin auf große Unterstützung seitens der Bevölkerung vertrauen – und das ein Jahr vor den Präsidentschaftswahlen, seit 31.12.1999 ist Putin mit einer vierjährigen Unterbrechung, in der er offiziell als Regierungschef fungierte, im Amt. Nach einer vom Princeton Survey Research Associates International für das Pew Reserach Center Mitte Februar bis Anfang April ausgeführten Umfrage haben 87 Prozent Vertrauen, dass Putin außenpolitisch das Richtige macht, für 58 Prozent ist das Vertrauen sogar sehr hoch.

Von solchen Werten können westliche Präsidenten und Regierungschefs nur träumen. Je nachdem, welches Institut die Umfrage durchgeführt hat, liegt der Wert für Donald Trump weit darunter. Trump bezieht sich am liebsten auf Rasmussen, weil er dort immer die höchsten Werte erhält, aber auch dort liegt die Zustimmung für ihn bei nur 46 Prozent, bei Gallup sind es nur 37 Prozent.

Trump kann sich höchstens darüber freuen, dass Putin bei den Amerikanern noch viel schlechter fährt. Nur 13 Prozent der Amerikaner haben eine positive Meinung von ihm, im Februar waren es noch 22 Prozent. 74 Prozent haben eine negative Meinung, so viel wie noch nie bei einer Gallup-Umfrage. In dieser Stimmung würde eine politische Annäherung an Putin wohl Trump noch mehr schaden, unter dem sich allerdings bislang der Konflikt mit Russland noch verstärkt hat. Putin findet unter demokratischen Wählern mit gerade einmal 4 Prozent kaum mehr Zustimmung, zudem lehnen die Menschen mit höherer Bildung ihn stärker ab. Aber auch bei den republikanischen Wählern ist die Zustimmung von 32 Prozent im Februar auf 24 Prozent abgesunken.

Aber ganz rosig sieht für Putin auch in Russland nicht aus, wenn es konkreter wird. Mit der Ukraine-Politik, die 2014 sein Ansehen in die Höhe getrieben hat, sind heute nur 63 Prozent zufrieden, vor zwei Jahren waren es noch 83 Prozent. Auch mit der Politik Putins zu anderen Staaten wie China, die USA oder die EU sind weniger zufrieden, aber eine große Mehrheit steht immer noch dahinter.

Weiterhin ist mit 58 Prozent eine Mehrheit der Russen mit der Richtung zufrieden, in die das Land geht – trotz der Intervention in Syrien. Bis 2014 war die Stimmung in der Regel anderes, 2002 etwa waren nur 20 Prozent zufrieden. Fast 60 Prozent sagen jetzt, dass Russland in der Welt eine wichtigere Rolle als vor 10 Jahren spielt. 41 Prozent sehen die Nato als große Bedrohung an, auf dem Höhepunkt der Ukraine-Krise waren es freilich noch 50 Prozent. Die aktuelle Verschärfung des Konflikts mit den USA erfolgte erst nach der Umfrage.

Innenpolitisch sieht es allerdings anders aus. 71 Prozent sagen, steigende Preise seien für sie ein Problem, für 58 Prozent sind es korrupte Politiker. Eine Mehrheit nennt auch fehlende Jobs, den Terrorismus, die Kluft zwischen Arm und Reich und korrupte Unternehmer als Probleme. Erst danach kommen ethnische Konflikte und Einwanderung.

Punkten kann Putin bei der Einschätzung der Wirtschaftslage. Letztes Jahr beurteilten noch fast Dreiviertel die wirtschaftliche Situation als schlecht, jetzt sind es nur noch 43 Prozent. Auch wenn 53 Prozent für das kommende Jahr eine Verschlechterung oder nichts Besseres erwarten, finden 55 Prozent Putins Wirtschaftspolitik gut. Jüngere Russen sehen weniger Probleme in der Korruption, sie sind auch im Hinblick auf die russische Wirtschaft und ihre persönliche Situation optimistischer als die älteren.

Zum Interview hier gelesen

Röntgenstreuung zeigt Kristallbildung in 3D

Röntgenstreu-Messung der einsetzenden Kristallisation von gelösten Nanopartikel am Rand des Tropfens.

Mittels „drop casting“ oder Tropfenguss lassen sich bestechend einfach dünne Schichten mit neuartigen Eigenschaften herstellen. Ein internationales Forscherteam um die HZDR-Physikerin Dr. Elisabeth Josten hat in Röntgenstreu-Experimenten beobachtet, wie sich dabei Eisenoxid-Nanopartikel zu einem geordneten Kristall zusammensetzen.

Man nehme eine mit Nanopartikeln versetzte Lösung, gebe einen Tropfen auf ein geeignetes Substrat, zum Beispiel aus Silizium, und warte, bis sich das Lösungsmittel verflüchtigt hat. Zurück bleiben feste, hochgeordnete Kristalle, ähnlich einer Salzkruste. Auf diese Weise lassen sich bestechend einfach dünne Schichten mit neuartigen Eigenschaften herstellen, wie sie etwa in Solarzellen, Computerchips oder beim Bau von Sensoren und Detektoren Anwendung finden.

Das internationale Forscherteam hat das auch als „drop casting“ oder Tropfenguss bezeichnete Verfahren in Röntgenstreu-Experimenten untersucht und beobachtet, wie sich die Eisenoxid-Nanopartikel zu einem geordneten Kristall zusammensetzen. Dafür hatten die Forscher magnetische Eisenoxid-Nanopartikel in Toluol gelöst und danach in einer selbst entwickelten Experimentierzelle an der europäischen Synchrotron-Strahlungsquelle ESRF in Grenoble untersucht. Die Röntgenstreu-Experimente zeigen, wie sich die Kristallschichten zunächst am Rand des Tropfens ausbilden, konkret: an der Trocknungsfront, die mit dem sich verkleinernden Tropfen langsam nach innen wandert. Ganz ähnlich entstehen auch Kaffeeringe.

Der weitere Trockenvorgang führt zur Kontraktion der auch als Übergitter bezeichneten Kristallstruktur. Das neu gewonnene Verständnis können die Forscher jetzt nutzen, um den Prozess spezifisch zu beeinflussen, etwa um neue Metamaterialien wachsen zu lassen.

Derartige magnetische Nanopartikel sind von besonderem Interesse für Anwendungen in hochdichten Speichermedien und neue, noch in der Entwicklung befindliche Methoden in der Krebstherapie. Am Institut für Ionenstrahlphysik und Materialforschung bearbeitet Josten seit Anfang 2015 das Themengebiet Magnetische Nanomaterialien.

TU München stellt Verbundmaterial aus Silizium-Nanoblättern und Kunststoff vor

Alternative zu Graphen

08.03.17 – Silizium-Nanoblätter besitzen herausragende optoelektronische Eigenschaften, ähnlich denen von Graphen. Allerdings sind sie instabil. Ein Forschungsteam der TU München hat erstmals ein Verbundmaterial aus den Nanoblättern und einem Kunststoff vorgestellt, das UV-beständig und leicht zu verarbeiten ist. lesen

Was steckt hinter den Quantum Dots?

Display-Technik QLED

20.02.17 – Die Quantum Dots handeln nach den Gesetzen der Quantenphysik und sollen den Display-Markt aufrütteln. Revolutionäre Entwicklung oder nur Marketing-Sprüche? Wir haben bei zwei Display-Experten nachgefragt. lesen

Optisches Nanomaterial für die direkte Umwandlung von Wärme in Strom

Thermophotovoltaik

07.06.16 – Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Technischen Universität Hamburg (TUHH), des Helmholtz-Zentrum Geesthacht (HZG) in Kooperation mit der kanadischen University of Alberta haben ein neuartiges optisches Nanomaterial hergestellt, das es ermöglicht, Wärme direkt in Strahlung und danach mit hoher Effizienz in elektrische Energie umzuwandeln. lesen

Farblich durchstimmbare LEDs ohne Schwermetalle aus Silizium

Silizium-Nanokristall-LEDs

14.02.13 – Lange galt Silizium für die Herstellung von LEDs als ungeeignet. Schaut man sich die nanoskopische Dimension an, so lassen sich den winzigen Nanokristallen aus Silizium durchaus Licht entlocken. lesen

GigE-Vision-Trigger steuert Kameras

Bildverarbeitung

18.03.10 – Über das GigE-Trigger-Device ist die Integration von prozessrelevanten Sensoren und Aktoren in das Kameranetzwerk möglich. Über je 8 Ein- und Ausgängelassen sich Lichtschranken oder lesen

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Deutschlands erste „Multikulti“-Moschee eröffnet

Berlin-Moabit Alt-Moabit Johanniskirche. Die Moschee befindet sich einem Nebengebäude. Foto: Fridolin freudenfett (Peter Kuley) / CC BY-SA 3.0

Shitstorm und Morddrohungen sind die Folge

Am vergangenen Wochenende eröffnete in Berlin-Moabit die erste liberale Moschee Deutschlands in den Räumen der Berliner Kirche St. Johannes. Das Besondere an dieser Moschee ist, dass sich hier Sunniten, Schiiten, Aleviten und Sufis gemeinsam zum Gebet versammeln. Türkische Medien versuchen nun diese Moschee als Gülen-Projekt zu diffamieren und damit in eine terroristische Ecke zu stellen. Für die türkische Regierung sind alle Gülen-Organisationen Terrororganisationen.

Für eine Reihe von Muslimen ist es offenbar anstößig, dass eine Imamin gemeinsam mit einem Imam das Freitagsgebet leitet (siehe Ein Gebet erschüttert die muslimische Welt) und auch homosexuelle Muslime und Muslimas sowie Gläubige anderer Religionen willkommen sind, Männer und Frauen beten gemeinsam, es gibt keinen Kopftuchzwang und auch die Imamin trug bei der Eröffnungszeremonie kein Kopftuch.

Die Moschee steht allen offen, außer Muslimas mit Nikab oder Burka. Diese Ausnahme erfolgt in erster Linie aus Sicherheitsgründen – radikale Islamisten könnten so bewaffnet in die Moschee eindringen. Aber die Gründer sind auch der Auffassung, dass Vollverschleierung nichts mit dem Islam zu tun hat, sondern dass dies ein politisches Statement ist. Imam Abdel-Hakim Ourghi und Imamin Elham Manea leiteten in der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee bei der Eröffnung am vergangenen Freitag das Gebet.

Die Moschee-Initiative geht auf die türkischstämmige Anwältin Seyran Ates zurück. Die Frauenrechtlerin ist seit vielen Jahren politisch aktiv. Schon in den 1980er Jahren arbeitete sie in Berlin-Kreuzberg in einer Beratungsstelle für Frauen und Mädchen aus der Türkei und wurde dort Opfer eines Attentats, das sie schwer verletzt überlebte.

Nun steht sie wieder im Fokus von islamistischen und nationalistischen Organisationen. Es gab schon erste Morddrohungen. Auch im Ausland fand die Eröffnung große Resonanz. Die negativen Reaktionen überwogen dabei. Nach einem Bericht des arabischen Programms der Deutschen Welle über die Eröffnung der Ibn Rushd-Goethe-Moschee, der bis Montagnachmitttag 1,6 Millionen Mal angeschaut wurde, waren die meist arabischen Kommentare negativ.

Besonders der Privatsender Ahaber hat sich mit einer Hetzkampagne hervor getan. Ahaber ist für seine oft konstruierten und jeglicher sachlicher Grundlage entbehrenden Beiträge bekannt. Dort wurde behauptet, die Ibn Rushd-Goethe-Moschee sei ein FETÖ-Projekt, wie die Gülenbewegung in der Türkei bezeichnet wird. Unhinterfragt übernahmen türkische, regierungsnahe Zeitungen wie Sabah und Star, und auch die Religionsbehörde Diyanet diese Behauptung.

Ein Foto von Seyran Ates und Abdel-Hakim Ourghi, einem Freiburger Islamwissenschaftler, der von Ahaber irrtümlich als Ercan Karakoyun, Vorsitzender der deutschen Gülen-nahen „Stiftung Dialog und Bildung“, benannt wurde, diente als Beleg. Karakoyun dementierte in einer eilig verfassten Pressemitteilung: „Hizmet hat nichts dem Projekt von Seyran Ates zu tun. Weder die Stiftung noch irgendeine Hizmet-Einrichtung sind daran beteiligt – auch ich persönlich in keinster Weise. Diese Moschee entspricht nicht unserer Vorstellung des Islams. In einer pluralistischen Gesellschaft tolerieren wir selbstverständlich auch so ein Vorhaben.“

Morddrohungen gegen Karakoyun und Ates ließen nicht lange auf sich warten. Ates, die Anfeindungen in Deutschland gewohnt ist, spricht von einer neuen Dimension von Bedrohung. Dadurch, dass die Religionsbehörde in Ankara sie in die Nähe Gülens stellt, besteht auch Gefahr für ihre Familienangehörigen in der Türkei. Wie im Falle vieler angeblicher Gülen-Anhänger, ist zu befürchten, dass auch sie in der Türkei in Sippenhaft genommen werden.

Der türkische Journalist Cem Kücük lieferte in einem Fernsehinterview den Beleg für solche Befürchtungen: Der türkische Geheimdienst MIT habe die Befugnis, auch im Ausland „Operationen“ durchzuführen. Die Befugnis, auch in Deutschland aktiv zu werden, bestätigte sich jetzt durch das Verfahren gegen einen türkischen Spitzel, der die kurdische Szene ausspionierte.

Die Bundesanwaltschaft hat Mehmet Fatih S. vor dem Oberlandesgericht in Hamburg angeklagt. Er soll 30.000 Euro Spitzellohn erhalten haben und die Ermordung eines kurdischen Politikers geplant haben.

Der SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz kritisierte die Haltung der türkischen Regierung gegenüber der liberalen Moschee scharf und nannte sie „unerträglich“. Wie in allen Religionen gäbe es auch im Islam unterschiedliche Strömungen. Für jede Strömung gelte die Religionsfreiheit in Deutschland.

Trotz aller Anfeindungen lässt sich Seyhan Ates nicht einschüchtern. Die Frauenrechtlerin und Muslimin lässt sich gegenwärtig selbst zur Imamin ausbilden. Als fortschrittliche Muslimin sei es verantwortungslos, auf die konservativen Verbände zu schimpfen, anstatt selbst aktiv zu werden, sagte sie in einem Spiegel-Interview. Zeitgleich mit der Eröffnung der liberalen Moschee erschien ihr neues Buch „Selam, Frau Imamin“ im Ullstein-Verlag.

jetzt erklärt gibt es hier

Highway to Health

Der Kerngedanke bei Audi Fit Driver ist das empathische Fahrzeug, das den aktuellen Zustand des Fahrers erkennt, zum Beispiel ob er angespannt oder müde ist, und sich dann entsprechend darauf einstellt.

Eine Musikmassage bei Müdigkeit oder eine Atemübung zur Stressminderung? Das Auto der Zukunft weiß, was der Fahrer braucht. Als privater Rückzugsort und vernetzter Raum eignet es sich nicht nur ideal für Fitnessmonitoring, sondern auch für die aktive Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden.

Die Elektromobilität und das autonome Fahren sind in aller Munde, doch nicht nur auf diesen Gebieten wird unter Hochdruck geforscht: Auch die Fitness, der Wohlfühlfaktor und der allgemeine Gesundheitszustand des Fahrers rücken immer stärker in den Fokus der Entwickler.

?Wir wollen noch einen Schritt weiter gehen und den Menschen konsequent in den Mittelpunkt stellen?, erzählt Projektleiterin Christiane Stark. So entstand die Idee zum Projekt Audi Fit Driver. Audi-Mitarbeiter aus den unterschiedlichsten Unternehmensbereichen arbeiten dafür seit rund zwei Jahren zusammen.

Der Kerngedanke bei Audi Fit Driver ist das empathische Fahrzeug, das den aktuellen Zustand des Fahrers erkennt, zum Beispiel ob er angespannt oder müde ist, und sich dann entsprechend darauf einstellt. Das System analysiert verschiedene Gesundheitsparameter der Person, die hinter dem Lenkrad sitzt, um herauszufinden, was ihr in diesem Moment helfen und gut tun könnte.

Dank intelligenter Algorithmen lernt das Auto den Fahrenden über die Zeit immer besser kennen. Audi Fit Driver ist dadurch mehr als ein System. Es ist vielmehr ein digitaler Beifahrer mit der Mission, die Fahrt zu einem entspannten und stressfreien Erlebnis zu machen.

Wie wichtig das Thema ist, zeigen mehrere aktuelle Studien: Danach fühlt sich jeder fünfte Erwachsene in Deutschland regelmäßig gestresst ? Tendenz steigend. Denn in einer zunehmend vernetzten Welt, in der jeder ständig erreichbar ist, kommen die Menschen kaum noch zur Ruhe.

?Permanenter Stress kann zu körperlichen Beschwerden wie chronischen Magenschmerzen, Schlafstörungen oder psychischen Erkrankungen führen?, erläutert Dr. Ulrike Elsler. Sie ist Arbeitsmedizinerin bei Audi und begleitet das Projekt von Beginn an als Beraterin: ?Stress und Müdigkeit beeinträchtigen die Leistungsfähigkeit und können das Urteilsvermögen beeinflussen.?

Schon nach 17 Stunden ohne Schlaf ist das Reaktionsvermögen so eingeschränkt wie mit 0,5 Promille Alkohol, was die Unfallgefahr deutlich erhöht. Und nach einer ADAC-Studie verursachen eingeschlafene Fahrer jeden vierten tödlichen Unfall auf der Autobahn.

Genau hier setzt das Team um Christiane Stark an, es hat in mittlerweile zwei Probandenstudien Stressparameter und Müdigkeit beim Autofahren unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse fließen nun in die Entwicklung ein.

Zusammenfassung Hier kannst du die Seite anschauen

Hitzewelle: The Real Thing

Bild: Nasa

Brütende Hitze im Südwesten der USA. Hitzewellen nehmen insbesondere in ohnehin schon sehr heißen Regionen des Planeten zu

Während in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin die ersten der angekündigten schweren Gewitter niedergehen, kann man vermutlich anderorts über hiesige Temperaturen von bis zu 38 Grad Celsius (im Südwesten) nur müde lächeln. Wenn denn nicht gerade das örtliche Stromnetz zusammengebrochen ist und man Interesse für Nachrichten aus Europa hat.

In der Stadt Phoenix im US-amerikanischen Bundesstaat Arizona Tageshöchsttemperaturen am Montag und Dienstag 48 und am Mittwoch 47 Grad Celsius. Die Wüste von Arizona erlebe derzeit die längst Hitzeperiode seit Beginn der Aufzeichnungen, schreibt der Pacific Standard. Den Menschen werde geraten, nicht ihre Haustiere auszuführen, da diese sich auf den Gehwegplatten oder dem Asphalt Verbrennungen zuziehen könnten. Zahlreiche Flüge nach Phoenix mussten gestrichen werden. Zumindest einige Flugzeuge sind nicht für derart hohe Temperaturen ausgelegt.

Wer meint, dass ihm Arizona zu heiß ist, sollte lieber nicht ins südirakische Basra reisen. Von dort wurde im letzten Jahr ein neuer Allzeitrekord berichtet. Am 23. Juli 2016 wurde in Basra eine Lufttemperatur von 53,9 Grad Celsius gemessen. Zur Zeit ist es dort zwar „nur“ etwa 43 Grad Celsius heiß, aber extreme Sommertemperaturen sind in der Stadt unweit der Grenzen zu Kuwait und dem Iran eher die Regel als die Ausnahme. Statistisch ist im Juli inzwischen mit durchschnittlichen Tageshöchsttemperaturen von knapp 40 Grad Celsius zu rechnen. Ein Wert, der in den letzten 70 Jahren um rund sieben Grad Celsius zugenommen hat.

Die Zunahme bezieht sich übrigens nur auf die Maximalwerte im Juli, in den meisten anderen Monaten ist sie deutlich weniger oder überhaupt nicht ausgeprägt. Wie viel davon auf regionale Effekte, wie etwa das im Süden des Iraks erfolgte – Trockenlegen von Flussauen sowie deren Reaktivierung nach 2003 -, und wie viel auf globale Veränderungen zurückzuführen ist, ist der verlinkten Studie nicht zu entnehmen. Auch Entwässerung in den benachbarten iranischen Regionen könnte dabei eine Rolle gespielt haben.

Unstrittig und inzwischen durch diverse Studien gut belegt, ist hingegen, dass in einem wärmeren Klima die Hitzewellen zunehmen. 2013 gingen zum Beispiel Mitarbeiter des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung davon aus, dass sich weltweit extreme Hitzewellen bis 2040 vervierfachen werden.

Eine andere Studie kam im gleichen Jahr zu dem Ergebnis, dass inzwischen 80 Prozent aller neuen lokalen Rekorde in der mittleren Monatstemperatur durch den Klimawandel verursacht sind. Wie zuvor schon erwähnt hat der deutsche Wetterdienst für einige deutsche Metropolen die Häufung von Hitzeperioden seit den 1980er Jahren bereits nachgewiesen. Eine kürzlich veröffentlichte Studie US-amerikanischer Autoren zeigt, dass vor allem in den Tropen die Zahl lebensbedrohlicher Hitzeereignisse dramatisch zunehmen wird.

das hier Tipps

AfD will „volksfeindliche“ Medien und Deutschland „rocken“

Bild: YouWatch/CC BY-SA-2.0

Geleakte Chat-Inhalte der AfD in Sachsen-Anhalt zeigen auch die Radikalität der Partei. Immunität von Petry soll aufgehoben werden

Ist die AfD eine Partei oder sind Teile davon eine Bürgerwehr? Chat-Protokolle aus Sachsen-Anhalt erinnern zuweilen eher an letztgenanntes. Daran ändert auch die Selbstvermarktung der eher spießbürglichen Partei, wonach sie „Deutschland rocken“ will, nichts.

Teile der AfD träumen davon, nach der Machtübernahme ähnlich rigoros gegen Medien vorzugehen wie Erdogan. Also kein Rock’n’Roll, sondern ein nationalistischer Sturmtrupp. Statt Jagger, Scott oder Cobain nur Gauland und Höcke. Wie ein kleines bisschen Rebellion wirkt es da fast schon, wenn die Staatsanwaltschaft gegen Petry wegen Falschaussage ermitteln will.

Montag, 8 Minuten nach Mitternacht, erneut sorgt dass linksradikale Mediennetzwerk „Linksunten.Indymedia“ für Aufsehen. Auf dem Portal, das eher dank der Texte linker bis linksextremer Gruppen und Bekennerschreiben zu Anschlägen aufgefallen ist, erscheinen neben der Überschrift ein Bildchen und nur anderthalb selbst geschriebene Sätze: „Wir veröffentlichen hier das Protokoll der Whatsapp-Gruppe der AfD Sachsen-Anhalt von Februar bis Mai 2017. Viel Spaß damit!“ Dazu eine Textdatei verlinkt, inklusive Rufnummern, Klar- oder Nutzernamen sowie manchmal selbst eingestreuten biografischen Daten der Personen.

Wer das alles lesen will, braucht Zeit, denn die Textmasse ist fast eine Million Zeichen schwer. In dem Chat haben Funktionäre aus Fraktion und Landesvorstand, aber auch einfache Mitglieder und Unterstützer der Partei sich ausgetauscht.

Auffallend ist, dass AfD-Vertreter die Authentizität des Datensatzes bestätigen. Landeschef Poggenburg dementierte gegenüber dem WDR bestimmte Inhalte aus den Chat-Protokollen nicht. Angelegt hat die Gruppe der AfD-Landtagsabgeordnete und Bundestagskandidat Andreas Mrosek aus Dessau. Das bestätigte er unter anderem gegenüber der „Westfälischen Rundschau“. Ausgeschlossen sei indes nicht, sagte Mrosek, dass einzelne Passagen verändert worden sein könnten. Es gebe einen oder mehrere Maulwürfe.

Seit der Abwahl Luckes im Jahre 2015 hat sich die AfD politisch immer weiter nach rechtsaußen bewegt und radikalisiert. Der Parteinachwuchs und völkisch-nationalistische bis radikal rechte Burschenschafter haben seit rund zwei Jahren eifrig daran mitgewirkt, eine Art deutsche FPÖ aufzubauen. Der ehemalige NPD-Chef Holger Apfel wollte seinerzeit die NPD mit seiner „seriösen Radikalität“ zur FPÖ umformen, scheiterte aber und sagte kürzlich in einem Interview: „Die AfD fährt zur Ernte ein, was die NPD gesät hat.“

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Erfinderpreis für den Erfinder aus Zufall

Erfinder aus Zufall

(Ulrike Fro?mel)

Aus einem dreifachen Versehen entstand eine Vielzweckwaffe gegen Ölverschmutzungen. Nun ist die Idee zum „Patent des Jahres“ gewählt worden.

Um zu demonstrieren, was seine Erfindung kann, gießt Ernst Krendlinger einen halben Liter Altöl in ein Wasserbecken. Dann nimmt er zwei Hände seiner Spezialwatte, um das Öl aufzusaugen. Anschließend trinkt er einen Schluck Wasser aus dem Gefäß. „Wenn es vorher die Qualität von Trinkwasser hatte, dann hat es die jetzt auch“, sagt er.

Wie es dazu kam, ist die Geschichte eines dreifachen Versehens ? und eines Ruheständlers, dem so gar nicht nach Ruhestand zumute ist. Krendlinger hatte eigentlich schon mit seinem Berufsleben abgeschlossen: Vor acht Jahren war er als Laborleiter bei Hoechst im Alter von 55 Jahren in den Vorruhestand gegangen. Doch schon einen Tag später heuerte er bei Deurex an, einem Wachshersteller. Im Jahr 2011 unterliefen dort einem Mitarbeiter gleich drei Fehler auf einmal: Er hatte über Nacht eine Testmischung mit dem falschem Rohstoff, dem falschem Druck und der falschen Temperatur angesetzt. Am nächsten Morgen war die Produktionshalle im sachsen-anhaltinischen Elsteraue gefüllt mit Wattebergen.

„Zwei Jahre lang haben wir überlegt und getestet, was wir mit unserem Zufallsprodukt anstellen können“, erzählt der promovierte Chemiker. Erst eine Flasche Salatöl seiner Frau Rosemarie brachte die Lösung. Die fluffige Wachswatte absorbierte das Öl ohne Rückstände und ohne umweltschädliche Lösungsmittel. Trennt man das Öl mit einer Zentrifuge ab, lässt sich die Watte sogar wiederverwenden. Möglich ist aber auch eine Verwertung als Brennstoff. Die Watte mit dem geschmeidigen Namen Pure war geboren.

Ein Zertifikat der Dekra Umwelt GmbH belegt, dass die Watte das 6,55-Fache ihres eigenen Gewichts an Öl aufnehmen kann. So reichen bei einem kleineren Ölunfall mit 100 Litern 15 Kilogramm Watte statt 200 Kilogramm des bislang üblichen Granulats. Wie das genau funktioniert, untersucht das Institut für Mikrosystemtechnik an der Uni Freiburg. „Das Öl wird durch Kapillarkräfte in die Watte eingezogen ? so wie Wasser von Löschpapier, nur mit entgegengesetzter Polarität“, erklärt Institutsleiter Jürgen Rühe. „Papierfasern bestehen aus Cellulose und sind sehr polar. Sie saugen polare Flüssigkeiten wie Wasser auf. Wachse sind unpolar und saugen daher unpolare Flüssigkeit auf ? wie zum Beispiel Öl.“ Es sammle sich dann an den Kreuzungen einzelner Fasern in einer Art Manschette. „Da dieses Öl eine flüssige Phase darstellt, kann es auch durch Einwirken einer mechanischen Kraft wieder abgegeben werden“, sagt Rühe. Qualitativ sei der Prozess „ganz gut verstanden“, aber eine quantitative Beschreibung sei noch Gegenstand der aktuellen Forschung.

Mittlerweile steht Pure auf der „Liste der geprüften Ölbindemittel“. 600 bis 700 Tonnen im Jahr produziert Deurex schon jetzt, zurzeit baut das Unternehmen eine zweite Produktionsanlage auf. Dabei sah es anfangs nicht gerade nach einem Erfolg aus: Sowohl das Deutsche als auch das Europäische Patentamt lehnten die Anmeldung der Erfindung ab. Also machte sich Krendlinger persönlich auf den Weg, um seine Wunderwatte den Patentexperten in München vorzuführen. Er bekam die Patentpapiere ? und im September 2016 dann auch noch einen Anruf des zuständigen Prüfers aus Den Haag: Das Europäische Patentamt wolle die Idee zum „Patent des Jahres“ nominieren. Und mittlerweile ist klar: Die Deurex GmbH hat den Europäischen Erfinderpreis 2017 gewonnen.

Krendlingers Erfindung hat längst eine weltweite Karriere gestartet. Sie kam schon bei Ölverschmutzungen in Nigeria und beim Donau-Hochwasser zum Einsatz, Mineralölkonzerne von Mexiko bis China bestellen sie containerweise für ihre Förderplattformen, Feuerwehren und Technisches Hilfswerk zählen zu den Kunden. Auch Windräder sollen künftig durch Pure vor Ölverlust geschützt werden. Gemeinsam mit der Servicefirma Rotor Rope hat Deurex dazu einen wachsgefüllten Kragen entwickelt, der unterhalb der Gondel montiert wird. Die Umweltschutzorganisation „One Earth ? One Ocean“ (OEOO) hat sogar ein eigenes Schiff namens „Seekuh“ gebaut, um die Weltmeere zu säubern. Mit einem langen, dicken Watteschlauch, der an Bord zwischendurch vom Öl befreit wird, fährt das Schiff so lange im Kreis, bis die Mission erfüllt ist. „Pure ist das einzige Bindemittel von Öl und Chemikalien, das mehrfach eingesetzt werden kann“, sagt Umweltschützer Günther Bonin von OEOO. Gerade in armen Ländern wie Nigeria sei es zudem wichtig, dass Menschen das gewonnene Öl wieder verkaufen können. (Stefan Ruzas) / (bsc)

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